LSF 50 schützt unter Testbedingungen stärker vor Sonnenbrand als LSF 30. Für dein Gesicht ist 50 eine sinnvolle Wahl, wenn du schnell Sonnenbrand bekommst, lange draußen bist oder einen höheren Schutz bevorzugst. Auch LSF 30 schützt gut, wenn du ausreichend aufträgst und rechtzeitig nachcremst. Achte bei beiden auf UVA- und UVB-Schutz.

Wie groß ist der Unterschied?

Die bekannten Prozentzahlen machen den Vergleich anschaulich. Sie beschreiben vereinfacht den UVB-Schutz bei korrekter Anwendung. Sie messen nicht, wie viel Strahlung deine Haut in jedem einzelnen Moment tatsächlich erreicht.

LSF 30 und 50 bei kontrollierter Anwendung
FaktorWird abgehaltenDringt durch
LSF 30etwa 96,7 %etwa 3,3 % (1/30)
LSF 50etwa 98 %etwa 2 % (1/50)

In der mittleren Spalte beträgt der Unterschied ungefähr 1,3 Prozentpunkte. Betrachtet man den durchgelassenen Anteil, sinkt er von etwa 3,3 auf 2 Teile von hundert. In dieser vereinfachten Rechnung lässt LSF 50 also rund 40 % weniger durch als LSF 30. Deshalb bedeutet auch der kleine Unterschied beim gefilterten Anteil zusätzlichen Schutz. Daraus lässt sich keine entsprechende Senkung des Hautkrebsrisikos ableiten. Cancer Council erläutert die Prozentwerte.

Der Vergleich setzt sorgfältiges Auftragen voraus. Bei einem üblichen LSF-Test auf der Haut werden 2 mg pro cm² verwendet. Ein kleiner Rest Sonnencreme mit LSF 50, den du von den Händen über das Gesicht verteilst, erreicht nicht automatisch den angegebenen Schutz. In unserem Beitrag Was bedeutet LSF 50? erklären wir den Test.

Wann passt LSF 30, wann LSF 50?

Ein gewöhnlicher Tag draußen

Für den Weg zum Einkaufen oder die Mittagspause im Freien ist LSF 30 mit UVA-Schutz eine brauchbare Grundlage. Die AAD empfiehlt mindestens LSF 30. Trage auch vor kurzen Wegen sorgfältig auf und beachte den örtlichen UV-Index. Möchtest du jeden Tag dasselbe Produkt verwenden, kannst du einfach LSF 50 wählen. Du brauchst nicht für jeden Tagesablauf eine andere Flasche.

Entscheide nicht allein nach der Temperatur. Auch an einem kühlen Tag kann die UV-Belastung hoch sein. Setze dich zum Mittagessen beispielsweise unter einen Baum oder ein Dach und bedecke deine Haut, wo es gut möglich ist. Unser Grundlagenartikel über Sonnencreme fürs Gesicht erklärt das Zusammenspiel von Sonnencreme, Kleidung und Schatten.

Lange draußen oder schnell Sonnenbrand

Für eine lange Wanderung, Sport im Freien oder leicht verbrennende Haut ist LSF 50 beziehungsweise 50+ sinnvoll. Nutze den höheren Faktor für mehr Schutz und verlängere deshalb nicht deinen Aufenthalt in der Sonne. Verstaue die Sonnencreme griffbereit und plane eine Pause zum Nachcremen ein, bevor du weitergehst.

Beim Schwimmen oder starken Schwitzen zählt außerdem die Wasserfestigkeit. Sie muss gesondert auf dem Etikett stehen; die Zahl 50 sagt darüber nichts aus. Mehr dazu findest du in unserem Ratgeber zu Sonnencreme beim Sport und Wasserfestigkeit.

Eine Creme, die du gern großzügig aufträgst

Vergleiche das Hautgefühl bei der empfohlenen Menge. Eine Creme, die du wegen eines fettigen Gefühls gleich wieder abwischst, passt weniger gut zu deinem Alltag. Wähle mindestens LSF 30 in einer Textur, die du großzügig verteilen kannst. Wenn du den höheren Schutz möchtest, suche nach einer angenehmeren Creme mit LSF 50. Ein höherer Faktor muss nicht dicker oder fettiger sein.

Wenn du Make-up trägst, lass den Sonnenschutz nach Packungsangabe einziehen, bevor du weitermachst. Probiere die Kombination an einem gewöhnlichen Morgen mit der vollständigen Sonnencrememenge aus. Make-up mit LSF ersetzt diese großzügige Grundschicht nicht.

Drei Punkte zählen bei beiden Faktoren

  1. UVA-Schutz prüfen. Achte auf europäischen Verpackungen zusätzlich auf die UVA-Kennzeichnung, häufig UVA in einem Kreis. Der LSF beschreibt vor allem den Schutz vor Sonnenbrand. Die europäische Empfehlung verbindet ihn mit einem Mindestmaß an UVA-Schutz.
  2. Großzügig und gleichmäßig auftragen. Denke an Haaransatz, Nasenflügel, Ohren und Hals. Gehe Bereich für Bereich vor, damit keine Ränder fehlen. Unser Mengenratgeber für Gesicht, Hals und Ohren hilft dabei.
  3. Draußen nachcremen. Etwa alle zwei Stunden sowie nach Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen gemäß Etikett. Auch LSF 50 bleibt nicht von selbst den ganzen Tag an Ort und Stelle. Das entspricht den Anwendungsempfehlungen der Dermatologie.

Drei häufige Zusatzfragen

Ergibt LSF 30 unter LSF 50 zusammen LSF 80?

Nein. Die Faktoren lassen sich nicht addieren. Mische auch keine Produkte, um einen Zwischenwert herzustellen. Trage eine geeignete Sonnencreme in ausreichender Menge auf. Weitere Pflege macht aus den einzeln getesteten Faktoren keine Summe.

Ist LSF 50 sanfter zu empfindlicher Haut?

Der Faktor beschreibt den gemessenen Schutz vor Sonnenbrand, nicht die Verträglichkeit der Inhaltsstoffe. Wähle eine Formel, die du verträgst. Bei einer bekannten Allergie oder Hauterkrankung sollte die Auswahl zu den Empfehlungen deiner behandelnden Praxis passen.

Ist LSF 50+ dasselbe wie LSF 50?

Auf einem europäischen Etikett nicht: 50+ gehört zu einer höheren Testkategorie. Das Plus verändert die Abstände beim Nachcremen nicht. Die genaue Schwelle findest du im oben verlinkten LSF-Artikel.

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Quellen und weiterführende Informationen

6 Quellen
  1. Cancer Council Australia — Fact sheet: SunscreenLSF-Prozentwerte und durchgelassener UVB-Anteil.
  2. European Commission — Recommendation 2006/647/ECTestmenge, UVA-Schutz und europäische LSF-Kategorien.
  3. AAD — Sunscreen FAQsMindestens LSF 30, Nachcremen und Hautschutz.
  4. FDA — Sunscreen: how to help protect your skinLSF bedeutet keine zusätzliche Sonnenzeit; Wasserfestigkeit und Anwendung.
  5. Cancer Council Australia — SPF in skincare and makeupLSF-Werte verschiedener Produkte lassen sich nicht addieren.
  6. European Commission — Sunscreen productsBedeutung des standardisierten UVA-Logos.