Ja, auch im Herbst und Winter kann dein Gesicht Sonnencreme brauchen. Entscheidend sind der örtliche UV-Index, die Zeit im Freien und mögliche Aufenthalte im Schnee oder in den Bergen. Ab UV-Index 3 solltest du unbedeckte Haut schützen. Ein kurzer Spaziergang bei niedriger UV-Strahlung braucht eine andere Vorbereitung als ein ganzer Nachmittag draußen oder ein Tag im Schnee.
Vor dem Losgehen: Prüfe die UV-Vorhersage für dein Ziel, bedecke möglichst viel Haut und pack für längere Ausflüge Sonnencreme ein. Kälte verrät dir nicht, wie stark die UV-Strahlung ist.
Deine Jacke sagt nichts über die UV-Strahlung
Du ziehst einen Schal an, weil es frisch ist. Das hilft gegen die Kälte, sagt aber wenig darüber aus, wie viel UV-Strahlung dein Gesicht erreicht. Sonnenstand, Jahreszeit, Wolken und Standort beeinflussen die Stärke. Der niederländische Wetterdienst KNMI erklärt, dass die Temperatur keinen Einfluss auf die UV-Stärke hat. Auch ein kühler Tag kann Sonnenschutz erfordern.
In weiten Teilen Mittel- und Nordeuropas steht die Sonne im Winter tiefer; der UV-Index liegt meist niedriger als im Sommer. Daraus lässt sich aber keine allgemeine Regel wie „Ab Oktober kann die Sonnencreme weg“ ableiten. Ein Herbsttag zu Hause, eine Winterreise in den Süden und ein verschneiter Berghang sind unterschiedliche Situationen. Schau auf die Vorhersage für deinen tatsächlichen Aufenthaltsort.

Wetter-Apps zeigen häufig den höchsten UV-Wert des Tages. Gehst du nur früh morgens raus, lohnt sich auch die stündliche Vorhersage, sofern verfügbar. Bleibst du bis mittags unterwegs, plane den höheren Wert mit ein. Unser Ratgeber zum UV-Index und zum passenden Sonnenschutz hilft dir, die Angaben einzuordnen.
Eine kurze Runde oder der ganze Nachmittag?
Kurz einkaufen bei niedrigem UV-Index
Bei einem kurzen Weg zum Einkaufen an einem gewöhnlichen Wintertag mit UV-Index 0 bis 2 ist das Risiko für UV-Schäden meist gering. Die WHO ordnet diese Werte als niedrig ein. Diesen Weg musst du nicht wie einen sommerlichen Strandtag vorbereiten. Halte dich jedoch an einen persönlichen Sonnenschutzplan, falls du einen ärztlichen Rat dazu erhalten hast.
Gehört Sonnencreme bereits zu deiner Morgenroutine, kannst du dabei bleiben. Das ist praktisch, wenn sich deine Pläne oft ändern: ein zusätzlicher Spaziergang nach dem Mittagessen oder doch noch länger draußen bleiben. Die AAD empfiehlt Sonnencreme auf unbedeckter Haut an Tagen, an denen man ins Freie geht. Eine feste Gewohnheit lässt sich gut mit dem Blick auf die örtliche UV-Vorhersage verbinden.

Lange Wanderung, Gartenarbeit oder Sport
Für einen längeren Tag im Freien packst du deinen Sonnenschutz am besten gleich ein. Prüfe die UV-Vorhersage für den gesamten Zeitraum. Ab UV-Index 3 kombinierst du Schatten und bedeckende Kleidung mit Sonnencreme auf freier Haut. Denk an Gesicht und Ohren sowie an den Hals, wenn du beim Gehen die Jacke öffnest.
Verbinde das Nachcremen mit einer Pause, die du ohnehin machst, etwa zum Trinken. Die AAD empfiehlt draußen etwa alle zwei Stunden nachzucremen, außerdem nach dem Schwimmen oder Schwitzen entsprechend der Packungsanweisung. Auch nach dem Abtrocknen des Gesichts solltest du den Schutz erneuern. Warte damit nicht, bis sich die Haut heiß anfühlt oder rot wird.

Bei Bewegung kannst du auch unter einer Winterjacke kräftig schwitzen. Wähle dafür eine wasserfeste Sonnencreme und beachte die Anwendungshinweise. In Sonnencreme beim Sport erklären wir, was Wasser- und Schweißbeständigkeit im Alltag bedeuten.
Schnee und Berge brauchen einen eigenen Plan
Der UV-Index an deinem Wohnort beschreibt keinen Skitag in den Bergen. In größerer Höhe erreicht mehr UV-Strahlung den Boden, und Schnee reflektiert Sonnenlicht. Deshalb verdient der Schutz beim Skifahren, Langlaufen und Winterwandern besondere Aufmerksamkeit. Die WHO nennt Höhenlage und Reflexion als Einflussfaktoren der UV-Belastung.
Creme vor dem Aufbruch alle unbedeckten Gesichtspartien sorgfältig ein, auch Nase, Ohren und die Haut am Mützenrand. Wähle mindestens LSF 30 mit UVA- und UVB-Schutz; LSF 50 oder 50+ ist für einen langen Schneetag eine praktische Wahl. Trage zusätzlich eine gut sitzende Sonnen- oder Skibrille mit UV-Schutz. Ein höherer Lichtschutzfaktor ersetzt das Nachcremen nicht.


Verstaue die Tube so, dass du sie in der Pause leicht erreichst. Ganz unten im Rucksack wird sie schneller vergessen. Zieh zum Eincremen kurz die Handschuhe aus und verteile die Creme mit sauberen Händen sorgfältig. Prüfe bei der Mittagspause, ob du noch genug für den Rest des Tages dabeihast.
Eine angenehme Morgenroutine
Du brauchst keinen eigenen „Winter-LSF“. Wähle einen Sonnenschutz, der sich auf deiner Haut angenehm anfühlt und großzügig verteilen lässt. Fühlt sich das Gesicht trocken an oder spannt es, kannst du vorher deine gewohnte Pflegecreme verwenden. Lass sie kurz einziehen und trage anschließend die Sonnencreme gleichmäßig auf. Mische beide nicht vorher in der Hand: Getrennt aufgetragen lässt sich die Sonnencreme besser ausreichend dosieren.
Geh systematisch vor: Stirn und Haaransatz, Wangen, Nase und Kinn, danach Ohren und unbedeckter Hals. Ein kleiner Tupfer auf einer Wange ist erst der Anfang. Unser Ratgeber zur Sonnencreme-Menge für Gesicht, Hals und Ohren hilft bei der Dosierung. Lass den Sonnenschutz nach Packungsanweisung einziehen, bevor du rausgehst oder Make-up aufträgst.


Ein warmer Schal bedeckt einen Teil des Halses. Öffnest du später die Jacke, liegt diese Haut womöglich wieder frei. Creme deshalb die Stellen ein, die während deines Ausflugs unbedeckt sein werden. Stell die Tube zur täglichen Pflege und leg sie für einen langen Tag zu deinen Schlüsseln. So passt der Schutz zu deinen tatsächlichen Plänen.
Richtig angewendete Sonnencreme hilft, Hautkrebs, Sonnenbrand und vorzeitiger Hautalterung vorzubeugen. Mehr dazu findest du in Warum Sonnencreme fürs Gesicht? Bei Soluveli entwickeln wir Gesichtssonnenschutz, der sich angenehm in den Alltag einfügt. Unsere Formulierung ist noch in Entwicklung. Über die Launch-Liste auf der Startseite erhältst du auf Wunsch eine Nachricht, sobald wir starten.
Noch zwei häufige Winterfragen
Brauche ich Sonnencreme, weil es bewölkt ist?
Die Wolkendecke allein entscheidet das nicht. Wolken halten einen Teil der UV-Strahlung zurück, aber nicht alles. Nutze die UV-Vorhersage und deine Pläne: Grauer Himmel bei einer kurzen Runde und wechselnde Wolken während eines Nachmittags in den Bergen verlangen unterschiedliche Vorbereitung.
Kann die Sonnencreme vom letzten Sommer noch mit?
Prüfe Haltbarkeit, Hinweise nach dem Öffnen und bisherige Lagerung. Ersetze Sonnencreme, die abgelaufen ist oder sich deutlich in Farbe, Geruch oder Konsistenz verändert hat. Eine fragwürdige Tube sollte nicht dein einziger Schutz im Wintergepäck sein. Die AAD gibt auch Hinweise zu bereits geöffneter Sonnencreme. Prüfe vor dem Einpacken, ob Sonnencreme vom Vorjahr noch gut ist.
Quellen & weiterführende Informationen
4 Quellen
- KNMI — ZonkrachtSonnenstand, Jahreszeit und Wolken beeinflussen die UV-Stärke, die Temperatur nicht.
- WHO — The ultraviolet (UV) indexNiedrige UV-Werte und Schutzempfehlungen ab UV-Index 3.
- WHO — Ultraviolet radiationEinfluss von Höhenlage, Standort und Reflexion auf UV-Strahlung.
- AAD — Sunscreen FAQsLichtschutzfaktor, UVA/UVB, Schnee, Nachcremen und Aufbewahrung.




