Regelmäßiges Eincremen hilft, Hautkrebs vorzubeugen. Sonnencreme verringert die UV-Strahlung, die deine Haut erreicht, und damit Schäden, die zur Entstehung von Hautkrebs beitragen können. Wähle mindestens Lichtschutzfaktor 30 mit UVA- und UVB-Schutz, trage reichlich auf und nutze zusätzlich Kleidung und Schatten. Am meisten bringt eine Gewohnheit, die auch an einem Arbeitstag oder beim Spaziergang funktioniert.
Auch künstliche UV-Strahlung birgt Risiken: Lies, warum Bräunen im Solarium nicht sicher ist.
Warum schützen, wenn du keinen Sonnenbrand bekommst?
UV-Strahlung kannst du weder sehen noch fühlen. Die Wärme im Gesicht verrät deshalb nicht, wie viel UV deine Haut abbekommt. Ein kühler Wind kann einen Spaziergang angenehm machen, obwohl die UV-Belastung hoch ist. Auch Wolken halten nicht alles ab. Prüfe vor einer Aktivität im Freien den örtlichen UV-Index; die WHO empfiehlt Schutz ab UV-Index 3.
UV-Strahlung kann die DNA in Hautzellen schädigen. In der DNA stehen die Bauanleitungen, nach denen Zellen arbeiten und sich teilen. Solche Schäden spielen bei der Entstehung von Hautkrebs eine Rolle. Ein Sonnenbrand ist ein sichtbares Warnsignal. Die Haut muss aber nicht erst rot werden, damit Schutz sinnvoll ist. Auch Sonnenbräune ist eine Reaktion auf eine Schädigung.
Deshalb zählen ganz normale Tage mit. Der Spaziergang in der Mittagspause, Gartenarbeit und ein Nachmittag am Sportplatz sind Zeit im Freien. Daraus musst du keine komplizierte persönliche Risikorechnung machen. Überlege vor dem Losgehen, welche Hautstellen unbedeckt bleiben und wie du sie schützt. Unser Grundlagenartikel zu Sonnencreme fürs Gesicht fasst die wichtigsten Schritte zusammen.
Was Creme, Kleidung und Schatten jeweils leisten
Sonnenschutzfilter nehmen UV-Strahlung auf und/oder streuen sie. Dadurch gelangt weniger davon an die Haut. Breitbandschutz umfasst UVA und UVB; beide können zu Hautkrebs beitragen. Der Lichtschutzfaktor, kurz LSF, beschreibt vor allem den Schutz vor Sonnenbrand durch UVB. Achte bei europäischen Produkten deshalb zusätzlich auf UVA-Schutz. Die Europäische Kommission erklärt das UVA-Logo auf der Verpackung.
Ein langärmeliges Hemd bedeckt Haut, die du sonst eincremen müsstest. Ein breitkrempiger Hut hilft, Gesicht, Ohren und Nacken abzuschirmen. Dafür eignen sich dicht gewebte Stoffe oder Kleidung mit ausgewiesenem UPF. Dazu kommt eine Sonnenbrille mit UV-Schutz. Für einen Spaziergang kannst du zum Beispiel schon vor dem Gang ins Bad ein leichtes Überhemd und einen Hut neben deine Tasche legen.
Schatten verringert die Belastung, hält aber nicht sämtliche UV-Strahlung fern. Creme auch dort unbedeckte Haut ein. Wähle mindestens LSF 30; LSF 50 oder 50+ bietet höheren Schutz. Reichlich auftragen und nachcremen gehört auch dann dazu. Nutze den höheren Faktor nicht dazu, länger in der prallen Sonne zu bleiben.

Was zeigen Studien zu Hautkrebs?
Eine Studie zu Sonnencreme und Hautkrebs braucht viele Jahre. Forschende prüfen nicht nur, ob jemand nach einem Strandtag gerötete Haut hat, sondern ob später Hautkrebs entsteht. Außerdem müssen sie die verschiedenen Arten getrennt betrachten. Ein Ergebnis zu einer bestimmten Hautkrebsart lässt sich nicht ohne Weiteres auf alle anderen übertragen.
Im australischen Nambour wurde tägliches Eincremen mit einer Anwendung nach eigenem Ermessen verglichen. Die ursprüngliche Studie dauerte 4,5 Jahre. Bei der Nachbeobachtung von Van der Pols und Kollegen wurden die Teilnehmenden weitere acht Jahre begleitet. In der zuvor zum täglichen Eincremen eingeteilten Gruppe traten weniger Plattenepithelkarzinome auf. Diese häufige Hautkrebsart wird oft mit SCC abgekürzt.
- Plattenepithelkarzinom (SCC): Die Studie fand in der täglichen Anwendergruppe eine anhaltende Verringerung der Tumorzahl.
- Basalzellkarzinom (BCC): Für diese andere häufige Art ließ sich in der Nachbeobachtung keine eindeutige Verringerung nachweisen.
- Melanom: Eine spätere Auswertung derselben Studie fand weniger Melanome in der täglichen Anwendergruppe. Wegen der kleinen Fallzahlen ließ sich die Größe dieses Effekts weniger genau bestimmen.
Diese Unterschiede helfen, Schlagzeilen einzuordnen. „Weniger Hautkrebs“ ist kein fester Prozentsatz für jede Krebsart, jeden Hautton und jede Sonnencreme. Der praktische Rat bleibt klar: Regelmäßiger Schutz hilft. Der Cancer Council und die amerikanische dermatologische Fachgesellschaft AAD empfehlen Sonnencreme als Teil des Sonnenschutzes, zusammen mit Kleidung und Schatten.
Es geht um wiederholte Anwendung über längere Zeit. Eine Urlaubswoche mit sorgfältigem Eincremen ist sinnvoll, gleicht aber nicht sämtliche ungeschützten Tage im übrigen Jahr aus. Wähle eine Vorgehensweise, die zu Hause funktioniert: ein fester Schritt beim Fertigmachen, ein Platz für den Hut und eine Tube zum Mitnehmen. So wird aus einem langfristigen Rat eine Reihe einfacher Handgriffe.
Ein Schutzplan für einen ganz normalen Tag draußen
Bevor du das Haus verlässt
Schau auf den UV-Index an deinem Zielort und auf deine Pläne. Eine kurze Besorgung ist etwas anderes als ein ganzer Wandernachmittag. Bei hoher UV-Belastung legst du eine längere Tour möglichst außerhalb der strahlungsstärksten Tageszeit. Unser Artikel zum UV-Index erklärt die Vorhersage und Situationen, in denen zusätzliche Vorsicht sinnvoll ist.
Trage Sonnencreme vor dem Hinausgehen nach den Hinweisen auf der Verpackung auf. Gehe die Bereiche ruhig nacheinander durch: Stirn und Haaransatz, Wangen, Nase, Kinn, Ohren und unbedeckter Hals. Denke bei hochgesteckten Haaren auch an den Nacken. Eine feste Reihenfolge hilft, nicht immer wieder dieselbe Stelle auszulassen.
Ein winziger Klecks für das ganze Gesicht ist schnell zu wenig. Der Cancer Council nennt für Erwachsene ungefähr einen Teelöffel für Gesicht, Hals und Ohren zusammen als praktische Orientierung. Unter wie viel Sonnencreme Gesicht, Hals und Ohren brauchen erklären wir Menge und Verteilung genauer. Die Fotos zeigen die Anwendung; die sichtbare Creme ist keine abgemessene vollständige Dosis.


In der Mittagspause oder beim längeren Spaziergang
Wähle einen Tisch richtig unter dem Sonnenschirm, sodass auch dein Stuhl im Schatten steht. Schau später noch einmal nach: Während des Gesprächs wandert der Schatten weiter. Beim Spaziergang kannst du einen Weg unter Bäumen wählen und eine schattige Pause einplanen. Solche kleinen Anpassungen lassen sich meist einbauen, ohne den Nachmittag abzusagen.

Creme draußen etwa alle zwei Stunden nach, außerdem nach dem Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen. Nimm dir dafür kurz Zeit. Wasche oder reinige möglichst die Hände, tupfe Schweiß vorsichtig ab und trage erneut eine gleichmäßige Schicht auf. Steht die Tube noch im Badezimmer, wird genau dieser Schritt schwierig. Packe sie deshalb zu den Dingen, die du ohnehin mitnimmst.
Wenn du später Sport machst, behandle das als weiteren Aufenthalt im Freien. Prüfe die Schutzangaben auf der Verpackung und creme vor dem Start nach. Wasserfest bedeutet nicht, dass nach einem schweißtreibenden Training oder Abreiben mit dem Handtuch die ganze Schicht erhalten bleibt. Unser Ratgeber zu Sonnencreme beim Sport hilft beim Lesen der Hinweise.


Dunklere Haut, Wolken und frühere Sonnenjahre
Braucht dunklere Haut Sonnenschutz?
Ja. Dunklere Haut bekommt weniger schnell Sonnenbrand, kann aber ebenfalls UV-Schäden und Hautkrebs entwickeln. Suche eine Sonnencreme, die sich angenehm verteilen lässt und zu deinem Hautton passt, damit du ausreichend verwendest. Freunde mit verschiedenen Hauttönen können gemeinsam den schattigen Weg nehmen. Niemand muss erst verbrennen, damit Sonnenschutz sinnvoll wird.

Was gilt bei Wolken oder kühlem Wetter?
Achte auf den UV-Index und darauf, wie lange du draußen bleibst. Wolken oder niedrige Temperaturen allein sind kein Grund, die Sonnencreme zu Hause zu lassen. Ein kurzer Aufenthalt bei niedrigem UV-Index unterscheidet sich von langer Arbeit im Freien, Schnee oder großer Höhe. Beachte persönliche Empfehlungen, wenn du etwa durch Medikamente besonders UV-empfindlich bist.
Lohnt sich der Anfang nach Jahren mit wenig Schutz?
Ja. Frühere Belastung lässt sich nicht rückgängig machen, neue Schäden kannst du aber begrenzen helfen. Fang beim nächsten Aufenthalt draußen an und mache die Wiederholung einfach. Wenn du schon Hautkrebs hattest oder regelmäßig untersucht wirst, halte dich an die Schutz- und Kontrollhinweise deiner behandelnden Praxis. Eine neue Cremegewohnheit ersetzt diese Termine nicht.
Lass eine veränderte Hautstelle untersuchen
Sonnencreme schützt die Haut, behandelt aber keine bereits vorhandene auffällige Stelle. Lerne deine Haut kennen und wende dich an eine ärztliche Praxis, wenn dir etwas Neues oder Verdächtiges auffällt oder eine Stelle sich verändert, juckt oder blutet. Die AAD nennt solche Veränderungen als Anlass für eine Untersuchung. Warte damit nicht bis zum nächsten Urlaub oder bis die Tube leer ist.
Du musst die Stelle nicht selbst mit einem Foto im Internet abgleichen. Notiere, was dir wann aufgefallen ist, damit du es beim Termin schildern kannst. Auch wer zuverlässig eincremt, kann Hautkrebs bekommen. Nimm Veränderungen deshalb weiterhin ernst.
Mach es dir beim nächsten Mal leicht
Stelle Sonnencreme zu deiner täglichen Pflege, halte einen Hut an der Tür bereit und packe die Tube nach dem Eincremen in die Tasche. Wähle für eine Pause zuerst den Schattenplatz. So passen Schutz und Nachcremen zwischen die Dinge, die du ohnehin tust.
Bei Soluveli arbeiten wir an einer Gesichtssonnencreme, die angenehm in eine solche Routine passt. Die Formel ist noch in Entwicklung. Auf unserer Startseite erfährst du mehr über unsere Ziele; über die Launchliste erhältst du auf Wunsch eine E-Mail zum Verkaufsstart.
Quellen & weiterführende Informationen
6 Quellen
- WHO — Ultraviolet radiationUV-Schäden, Hautkrebs, Hauttöne und Schutz ab UV-Index 3.
- AAD — How to prevent skin cancerPraktische Vorbeugung und ärztliche Abklärung veränderter Hautstellen.
- Cancer Council — Sunscreen fact sheetWirkung und Anwendung; die Mengenangabe umfasst Gesicht, Hals und Ohren zusammen.
- Van der Pols et al., 2006 — Prolonged prevention of squamous cell carcinomaNachbeobachtung der australischen Studie: weniger Plattenepithelkarzinome, keine eindeutige Abnahme der Basalzellkarzinome.
- Green et al., 2011 — Reduced melanoma after regular sunscreen useSpätere Auswertung derselben Studie zu Melanomen; die Fallzahlen waren klein.
- European Commission — Sunscreen productsEuropäische Informationen zum UVA- und UVB-Schutz und zum UVA-Logo.




